Frühling an der Bergstraße

14. April 2011: Jedes Jahr freue ich mich auf den Frühling. Nach diesem langen kalten Winter konnte ich ihn kaum erwarten und nun ist er endlich da!

FaB2Überall blüht es, die Sonne scheint und die Vögel zwitschern.

Es macht richtig Spaß, mit meinem Schäferhund spazieren zu gehen. Am Weg blühen die Kirsch- und Mandelbäumchen, die Forsythien und in den Vorgärten blühen die Narzissen, Krokusse und Hyazinthen.

Es ist wunderschön und wir konnten uns bei dem herrlichen Wetter schon im Garten sonnen!

Wenn es so schön bleibt, können wir bald mit unserer Familie grillen.

Mein Bruder genießt das schöne Wetter auch und manchmal fahren wir gemeinsam mit seinem Motorrad die Bergstraße entlang und bewundern die schöne Natur.

FaB3Nun ist ja auch bald Ostern. Am Wochenende werden wir Ostereier an die Sträucher hängen und die Wohnung schmücken.

Wenn im Frühling die Sonne scheint und alles blüht, singe ich gerne Frühlingslieder und muss an viele Gedichte denken, die ich einmal gelernt habe.

Wenn wir mit unseren Verwandten in Kiel telefonieren, können die gar nicht glauben, dass es bei uns schon so schön blüht. Dabei sind die ersten Blüten schon verblüht und der Flieder blüht sogar schon.

Im Frühling machen wir gerne Ausflüge. Am liebsten besuche ich die Tiere im Zoo.

Nun kommt wieder die Zeit, in der man draußen Tischtennis, Boccia oder Federball spielen kann. Ich werde mein Rad aus der Garage und meine Inline – Skater vom Boden holen und durch die Gegend düsen.

Wir werden jetzt wieder öfter zur Tannenburg und zum Lufthansa Schulungszentrum wandern und die schöne Aussicht bewundern. Bei schönem Wetter und klarem Himmel kann man sogar bis Frankfurt schauen und sehen, wie die Flugzeuge starten und landen.

Konzert im Wetzlarer Dom

28. März 2011: Meine Kusine Ariane Köster ist Konzertmeisterin und Solistin im Jungen Sinfonieorchester Wetzlar und ich freue mich immer sehr über die Konzerte.
 Am Sonntag, den 20. März 2011 war es wieder soweit. Diesmal spielten sie im Wetzlarer Dom, weil  sie für das Konzert die Orgel brauchten. Wir hatten unsere Plätze ganz vorne in der ersten Reihe und konnten gut das ganze Orchester überblicken und genau sehen, wie konzentriert alle spielten.

Hier ist das Programm:

  1. Ralph Vaughan-Williams
(1872- 1952)
Fantasie über ein Thema von Thomas Tallis für zwei Streichorchester

Der Komponist teilt die Streicher hier in zwei separate Orchester, ein größeres und ein kleineres.
 Das kleinere Orchester spielt manchmal ein Echo. 
Ein Quartett aus dem großen Streichorchester bereichert die Fantasie zusätzlich mit einzelnen Soli.

  1. Francis Poulenc
(1899-1963)

Concerto in g-Moll
für Orgel, Streichorchester und Pauken
Andante-Allegro giocoso
Andante moderato
Allegro molto agitato

Orgel – Frank Scheffler

Dieses Konzert wechselte immer zwischen Leichtigkeit und  Ernst.
Besonders gut gefiel mir der Wechsel zwischen Orgel und Orchester.
Poulenc  sagte von sich selber, dass er die Welt der Pfarrer und die der Taugenichtse kenne und liebe und dies in seiner Musik zum Ausdruck bringt.

  1. Camille Saint – Saens 
(1835-1921)

Sinfonie Nr. 3c –Moll op. 78
„Orgelsinfonie“

Teil I
 Adagio – Allegro moderato – Poco Adagio

Teil II
 Allegro moderato – Presto – Allegro moderato – Maestoso

Diese Sinfonie war wahnsinnig beeindruckend und emotional. Teilweise war sie richtig gewaltig und Furcht erregend. Der Zorn Gottes sollte zum Ausdruck gebracht werden.
Es ist sicher ungewöhnlich, eine Orgel in einer Sinfonie zu verwenden, aber dieses Konzert war so großartig, dass es vom Publikum mit Standing Ovation und nicht endendem Applaus belohnt wurde.

Leitung – Oliver Blütgen

Besonders stolz war ich natürlich wieder auf meine Kusine, die bravourös wie immer nicht nur ihre Soli auf der Violine gespielt hat.

Welt-Down-Syndrom-Tag

 

22. März 2011: Seit 2006 ist der Welt-Down-Syndrom-Tag jedes Jahr am 21.3. 
Das passt natürlich gut, weil bei Menschen mit Down-Syndrom das Chromosom 21 dreifach vorhanden ist. 
Ich finde es sehr gut, dass es einen Tag gibt, an dem daran erinnert wird, dass es auch Menschen mit Down-Syndrom gibt.

Natürlich ist es wichtig, dass aufgeklärt wird, was Down-Syndrom bedeutet. Trotzdem finde ich, dass zu viel Aufmerksamkeit auf die Defizite gelegt wird. 
Immer heißt es: 
„Kinder mit Down-Syndrom können nicht viel lernen! 
Kinder mit Down-Syndrom können nicht richtig sprechen!
Kinder mit Down-Syndrom sind immer fröhlich und glücklich!
 Kinder mit Down-Syndrom sind stur! 
Kinder mit Down-Syndrom müssen in Sondereinrichtungen!
 Kinder mit Down-Syndrom leiden darunter und sind krank! usw.“

Ich weiß:
 „Kinder mit Down-Syndrom können mehr lernen, als man ihnen zutraut! 
Kinder mit Down-Syndrom können meist lernen, richtig zu sprechen! 
Kinder mit Down-Syndrom sind auch manchmal traurig und unglücklich!
 Kinder mit Down-Syndrom sind nicht sturer, als andere Kinder! 
Kinder mit Down-Syndrom müssen Inklusion und Integration kennen lernen!
 Kinder mit Down-Syndrom sind manchmal krank, aber das Down-Syndrom ist keine Krankheit unter der sie leiden!“

Menschen mit Down-Syndrom erfahren immer wieder Diskriminierung und Ablehnung!
 Ich wünsche mir so sehr, dass sich daran etwas ändert!
 Sicher könnte auch der Welt-Down-Syndrom-Tag dazu beitragen!
 Der Tag müsste mehr Aufmerksamkeit in den Medien bekommen.  
Es wäre gut, wenn an diesem Tag in jeder Stadt ein Kino Filme von Menschen mit Down-Syndrom zeigen würde. Es müssten aber nicht nur Filme sein, die aufklären, sondern auch solche, die Normalität zeigen wie zum Beispiel „Me too“
. Auch im Fernsehen sollte der Tag mehr Aufmerksamkeit bekommen. Ich habe noch nie gehört, dass er in den Nachrichten erwähnt wurde. Dokumentarfilme werden ja leider auch oft erst nach Mitternacht gezeigt.

Ich sage ja immer: „Wir Menschen mit Down-Syndrom gehören dazu!“ 
Es wäre schön, wenn die UN-Konvention auch bei uns umgesetzt wird und viele Menschen meiner Meinung wären!
 Auch heute noch sieht man kaum Menschen mit Down-Syndrom in der Öffentlichkeit. Daran muss sich etwas ändern!
 Deshalb sollte es mehr Spielfilme geben, in denen Menschen mit Down-Syndrom zu sehen sind. Dabei sollten sie sich aber ganz normal verhalten dürfen! 
Auch Menschen mit Down-Syndrom wünschen sich Chancengleichheit!