Post von der Blindenhörbücherei

19. Dezember 2010: Als ich vor ein paar Tagen die neue Weihnachts-CD der Blindenhörbücherei aus dem Briefkasten holte, musste ich an die Zeit denken, als mein Onkel noch der Leiter und meine Tante für den Inhalt der CDs verantwortlich war. Sie wählte immer spannende Geschichten, Gedichte, Anspiele und wunderschöne Musik aus für die CDs zu Weihnachten und Ostern.

Ich war zwar noch sehr klein, aber von 1992 bis 2005 war ich immer dabei und durfte im Tonstudio kurze Geschichten vorlesen, Gedichte aufsagen, bei Anspielen mitwirken und mit meiner Tante und meiner Kusine Flötenlieder und –stücke einspielen. Das machte mir immer sehr viel Spaß und die 3000 Hörer waren begeistert.

Für die Kinder gab es immer mehrere extra Geschichten und Lieder.

Einmal bekam meine Tante eine Anfrage, ob sie nicht für ein schwer mehrfach behindertes Mädchen eine CD produzieren könnte.

Natürlich  erklärte meine Tante sich sofort dazu bereit und stellte mit viel Liebe eine CD zusammen.

Die ist so wunderschön geworden, dass ich sie heute noch gerne höre.

Nachdem ich für ein Portrait von mir bei den Dreharbeiten des ZDF für „Menschen – das Magazin“ eine selbst geschriebene Kindergeschichte im Tonstudio vorgelesen habe, bat mich der Nachfolger von meinem Onkel, eine Geschichte für seine Weihnachts- CD zu lesen.

So kommt es, dass ich in diesem Jahr wieder auf der CD zu hören bin.

Ich lese meine eigene Geschichte „Tina und Tom“.

Die Wasserflöhe

10. Dezember 2010: Mein Bruder ist ein begeisterter Taucher und Hobbyfilmer.  Als er von seinem Tauchurlaub schwärmte und seine Fotos und Filme von der wunderschönen Unterwasserwelt zeigte, bekam ich große Lust, auch zu tauchen. Deshalb surfte ich im Internet und entdeckte die Wasserflöhe, eine integrative Tauchgruppe. Ich meldete mich sofort zum Schnuppertauchen an. Wir trafen uns im Schwimmbad  Griesheim und ich wurde sehr freundlich von der Gruppe aufgenommen. Zuerst erklärte mir der Tauchlehrer Marko die Tauchsignale (Daumen hoch heißt auftauchen, Daumen runter heißt abtauchen, wenn man mit dem Daumen und dem Zeigefinger einen Kreis bildet, heißt das alles in Ordnung) .

Man darf immer nur zu zweit tauchen!

Dann bekam ich einen Tauchanzug, ein Jacket, eine Pressluftflasche, eine Tauchmaske und Flossen ausgeliehen. Natürlich brauchte ich Hilfe bei der Montage der Tauchausrüstung. Marko zeigte mir noch, wie man zum Abtauchen die Luft aus dem Jacket herauslässt und zum Auftauchen das Jacket mit dem Inflator wieder aufbläst.

Natürlich war ich ganz schön aufgeregt, als wir endlich abtauchten. Es war ein ganz tolles Gefühl und machte mir viel Spaß. Immer wenn Marko mit dem Daumen nach oben zeigte, wehrte ich ab und zeigte mit dem Daumen nach unten. Ich wollte nämlich nicht auftauchen.

Mein erster Tauchgang gefiel mir so gut, dass ich Mitglied bei den Wasserflöhen wurde.

Inzwischen habe ich auch einen eigenen Tauchanzug, Flossen und vor allem eine eigene Tauchmaske mit optischen Gläsern. Ich bin nämlich stark weitsichtig und konnte gar nicht richtig sehen, welche Übungen Marko mit mir machen wollte. Mit der neuen Tauchbrille ist das richtig gut und ich habe schon viel gelernt (Automaten aus dem Mund und wieder hinein nehmen, dem Tauchpartner Luft geben, die Maske ausblasen usw.). Manchmal spielten wir auch unter Wasser mit einer Frisbeescheibe, machten Eierlaufen (dabei hält man einen Tischtennisball mit einem Löffel unter Wasser),  tauchten durch Ringe und holten Figuren vom Schwimmbadboden hoch. Mein Tauchlehrer ist recht zufrieden mit mir und meint, dass ich im kommenden Sommer sicher den Tauchschein machen kann.

Bei unserem letzten Training bekam jeder eine Nikolausmütze aufgesetzt und eine Fotografin machte Bilder von der ganzen Gruppe. Tauchen mit einer Nikolausmütze ist wirklich lustig!

Nach dem Training gibt es immer eine kurze Besprechung, was gut war und was wir noch üben müssen. Danach verabschieden wir uns mit dem Spruch: „Taucher sind cool!“

Nun freue ich mich schon auf ein Unterwasserabenteuer  mit meinem Bruder im kommenden Sommer.

Danke Schön!

Heute möchte ich mich gerne bei allen Lesern bedanken!

Als ich von der Aktion Mensch eine Anfrage bekam, ob ich einen Blog schreiben würde, war ich sofort einverstanden. Aber ich hätte nie für möglich gehalten, dass so viele Menschen daran interessiert sind.

Von verschiedenen Lesern habe ich erfahren, dass es ihnen Mut macht, meine Berichte zu lesen. Einige Leser haben mir auch sehr persönliche Dinge anvertraut und es gibt sogar Dozenten, die meine Berichte teilweise in ihren Unterricht übernehmen. Andere Leser empfehlen meinen Blog weiter oder zitieren daraus.

Ich kann es kaum glauben und bin sehr froh darüber.

Ich freue mich über jede Rückmeldung, auch wenn ich nicht alle beantworten kann.

Vielen Dank! Ihr macht mir auch sehr viel Mut!

Carina