Welt-Down-Syndrom-Tag 2020

Jedes Jahr am 21. März findet der Welt-Down-Syndrom-Tag statt. Das passt gut, weil bei Menschen mit Down-Syndrom das Chromosom 21 dreifach vorhanden ist. Seit 2012 ist dieser Tag offiziell von den vereinten Nationen anerkannt.

Immer wieder organisieren Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen viele Veranstaltungen an diesem Tag, weil sie auf Menschen mit einer Trisomie 21 aufmerksam machen wollen. Leider geht das wegen dem Coronavirus in diesem Jahr nur online.

Eigentlich bin ich ja ein Inklusionsfan und wünsche mir, dass wir so einen Tag gar nicht brauchen, weil Menschen mit dieser genetischen Besonderheit einfach dazugehören und voll akzeptiert werden. Leider ist das nicht der Fall und deshalb ist ein Tag wie dieser, an dem auf Menschen mit Down-Syndrom aufmerksam gemacht immer noch sehr wichtig.

Bei den Nazis wurden Menschen mit einer Trisomie 21 als lebensunwert vergast. Heute gibt es einen Bluttest, bei dem schon vor der Geburt eines Kindes im Mutterleib nach einer Chromosomenanomalie gefahndet wird. Obwohl dieser Test nur der Selektion dient, wird er nun Kassenleistung.

Leider wird in den Medien immer noch berichtet, dass man unter dem Down-Syndrom leidet und dass die Belastung für die Eltern einfach zu groß ist. Deshalb haben viele werdende Eltern Angst vor einem Kind mit Down-Syndrom und treiben es lieber ab. Diese Angst möchte ich ihnen gerne nehmen.

Ich arbeite ja als Schauspielerin, Speakerin und Aktivistin für Inklusion. Da bin ich viel unterwegs und habe auch schon sehr viele nette Menschen kennen gelernt.

Deshalb möchte ich diesen Tag gerne zum Anlass nehmen, mich bei einigen Menschen zu bedanken.

An erster Stelle steht natürlich meine Familie, die immer für mich da war und an mich geglaubt hat. Besonders mein Bruder war immer mein großes Vorbild.

In der Grundschule hatte ich eine Lehrerin, die mir das Leben sehr schwer gemacht hat, aber danach hatte ich das Glück von verschiedenen netten Lehrern unterrichtet zu werden und einen ganz normalen Schulabschluss zu schaffen.

Auch nach der Schule gab es für mich viele unschöne Erfahrungen mit Kollegen und Chefs, aber auch immer wieder positive Erfahrungen.

Christine Schiewe verdanke ich meine Schauspiellaufbahn. Ich sammelte tolle Erfahrungen als Hauptdarstellerin in ihrem Film „BE MY BABY“ und wurde zu verschiedenen Filmfesten eingeladen.

Wolfgang Janßen von Rollenfang und meine Filmpatin Christina Große bemühen sich, mich dabei zu unterstützen, Rollenangebote zu bekommen. Inzwischen hatte ich z. B. tolle Rollen bei der ARD-Serie „In aller Freundschaft“, der ZDF-Serie „die Bergretter“ oder in dem Kurzfilm „ICH AUCH“ vom Medienprojekt Wuppertal.

Eine ganz berondere und neue Erfahrung war es für mich, in dem Stück „CHEER OUT LOUD“ am Grips-Theater in Berlin die Rolle der Leonie zu spielen. Als ich schon zu Beginn der Proben stürzte und mir einen Bänderriss zuzog, dachte ich, dass alles aus sei. Ich durfte aber weiter machen und die Choreografin Nadja Raszewki sah es als Herausforderung an, meine Rolle anzupassen. Vielen Dank dfür, sowie auch an den Theaterleiter Philipp Harpain, unseren tollen Regisseur Robert Neumann und das gesamte Team.

Ich war Gast in verschiedenen Fernsehtalkshows, Radiosendungen und bei wichtigen Inklusionsveranstaltungen durfte ich an Podiumsdiskussionen teilnehmen oder die Veranstaltung moderieren.

Besonders möchte ich mich auch bei Axel Schiel bedanken, von dem ich viel gelernt habe. Es macht mir immer viel Spaß, mit ihm gemeinsam Veranstaltungen zu moderieren.

Auch Raúl Krauthausen und den Sozialhelden danke ich für die Unterstützung.

Ein großes Dankeschön geht auch an die Professoren, die mich eingeladen haben, an Hochschulen Vorträge zu halten oder Workshops zu gestalten.

Mein größter Wunsch war es schon immer, einmal nicht die Behinderte zu spielen und Rollen zu bekommen, die anspruchsvoll sind und in denen es nicht um Behinderung geht. Leider gibt es ja keine staatlichen Schauspielschulen, die Bewerber mit Down-Syndrom aufnehmen.

Deshalb kommt es mir wie ein Wunder vor, dass Ulrich Häusler mir gemeinsam mit Wolfgang Riedemann Schauspielunterricht bei Hans Hirschmüller finanziert. Er hat mich sogar zu einem Theaterworkshop nach Andalusien eingeladen.

Hans Hirschmüller ist wirklich ein guter Schauspiellehrer und ich habe bei ihm die Rolle der Elisabeth aus Glaube Liebe Hoffnung von Ödön von Horváth erarbeitet. In Andalusien wurden dann einige Szenen daraus unter der Regie von Hans Hirschmüller gedreht.

Vielen herzlichen Dank dafür an Ulrich, Wolfgang und Hans.

Ich möchte mich auch dafür bedanken, dass ich immer wieder die Gelegenheit bekomme, mich bei Fernsehsendungen oder Zeitungsinterviews für das Lebensrecht von Menschen mit Down-Syndrom einzusetzen und darauf aufmerksam zu machen, dass das Leben mit einer Trisomie 21 lebenswert ist. Wir sind nämlich glücklich und können auch etwas leisten.

Ich bin nämlich der Meinung: „Wer gesehen wird, gehört dazu!“

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