… zu Gast bei Raul Krauthausen

face to face

In der Sendung „KRAUTHAUSEN – face to face“ lädt Raul Krauthausen  als Moderator Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Medienleute mit und ohne Behinderung zum Talk ein. In den “face to face”-Gesprächen tauscht er sich mit einem jeweiligen Gast über künstlerisches Schaffen, persönliche Interessen und Lebenseinstellungen aus. Und natürlich geht es auch ab und zu um das Thema Inklusion.

Am 15. Oktober 2016 war ich Talk-Gast in der Sendung:

Portraitvideo

Portraitvideo

Heute möchte ich Euch mit einem Portraitvideo von mir alles Gute wünschen.

 

Besinnliche Weihnachten und alles Gute fürs neue Jahr!

Inklusion im Fernsehen – Neue Perspektiven auf Behinderung (meine Gedanken dazu)

Früher bekam ich bei Castings immer zu hören: „ Tut mir leid, aber für unsere Zwecke bist Du leider nicht behindert genug!“
Als ich für ein Radiohörspiel vorsprach, hieß es:“ Du sprichst aber nicht, wie ein Mensch mit Down – Syndrom!“

Bei Christina Schiewe war das anders. Sie hat mich im Internet entdeckt und per Mail angefragt, ob ich Lust habe in ihrem Film „BE MY BABY“ die Hauptrolle zu spielen. Ich war begeistert und sagte sofort zu. Als ich dann das Drehbuch gelesen hatte, machte ich einen Rückzieher. Es war mir zu freizügig.
Darüber war Christina traurig und meinte, ich soll ihr doch meine Kritikpunkte schreiben. Das habe ich getan und sie hat meinetwegen das Drehbuch geändert. Frau Schiewe wollte mich unbedingt haben und hat an mein Talent geglaubt.

Also habe ich zugesagt. Die Dreharbeiten haben mir viel Spaß gemacht. Obwohl die Crew zunächst Bedenken hatte, ob sie den Zeitplan einhalten könnten. Aber die Bedenken waren schnell verflogen.

Ich war sehr glücklich, dass der Film so gut ankam und auf verschiedene Filmfestspiele eingeladen wurde und sogar Preise bekam.

Inzwischen habe ich eine Agentur, die mich vertritt und hoffe, bald weitere Rollenangebote zu bekommen.

Ich freue mich immer, wenn Dr. Klein im Fernsehen läuft und wünsche mir noch viel mehr Filme und Sendungen, in denen Menschen mit Handicap zu sehen sind.

Ich finde nämlich, wer gesehen wird, gehört dazu.

Mir gefiel auch die Sendung mit Kai Pflaume: „Zeig mir Deine Welt!“

Aber dann denke ich immer, dass es ja nur eine Welt gibt und in der leben Menschen mit und ohne Behinderung.
Menschen mit Behinderung gehören dazu und eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass sie auch in vielen Filmen, Serien, Talkshows oder Quizzshows zu sehen sind.

Dabei braucht die Behinderung gar nicht Thema sein. Warum sollte nicht ein Blinder mit seinem Hund über die Straße laufen oder ein Rollstuhlfahrer zu sehen sein.

Zurzeit ist Inklusion in der Schule ein großes Thema. Da wäre ein Film mit einer Inklusionsklasse doch toll.

Mein großer Traum ist es, eine Rolle auf dem Traumschiff zu bekommen und dann abzutauchen.

Die Medien haben wirklich einen großen Einfluss. Während meiner Schulzeit habe ich ein Praktikum bei einer Ärztin in der Praxis gemacht. Sie war sehr zufrieden mit mir und wollte mir eine Ausbildung ermöglichen. Aber dann hat sie den Bobby Film im Fernsehen gesehen und meinte, sie könnte mich doch nicht einstellen, weil sie gesehen hat, dass Menschen mit Down – Syndrom ja immer rumschreien.
Schauspieler ohne Behinderung werden für ihre schauspielerische Leistung bewundert, bei behinderten Schauspielern denkt man, die sind eben so.

Darum wünsche ich mir so sehr, dass sie sich auch in Filmen ganz normal verhalten dürfen.

Heute schon werden 9 von 10 Föten abgetrieben, wenn das Down – Syndrom während der Schwangerschaft festgestellt wird.
Nun gibt es den neuen Bluttest und ich befürchte, dass diese Menschen bald ganz aussterben werden.

Sicher würden Filme die ein positives Bild von Menschen mit Trisomie 21 zeigen, dabei helfen, die Berührungsängste abzubauen.

Am 21. März ist Welt Down – Syndrom Tag. Ob in den Medien wohl darüber berichtet wird?

Medienpräsenz und Inklusion

29.März 2013: Leider ist das Interesse in den Medien an Menschen mit Handicap nicht besonders groß. Trotzdem wird manchmal über diese Veranstaltungen oder über solche Einrichtungen berichtet.

Ich bekam schon oft eine Anfrage, ob ich mitmachen würde. Weil ich mich sehr für Inklusion einsetze, habe ich immer gerne zugesagt.

Am 10. Juni 2012 hatten wir unser Sommerfest bei den Wasserflöhen und der HR4 war zu Gast. Unser Verein wurde vorgestellt. Das war eine tolle Veranstaltung.

Wir mussten verschiedene Aufgaben erfüllen und hatten die Chance, etwas zu gewinnen.

Unser Verein wurde bekannt und wir bekamen sogar neue Mitglieder.

Britta Wiegand vom HR interviewte uns und es machte mir unheimlich viel Spaß, von meiner Liebe zum Tauchen und meinen Erfahrungen mit den Wasserflöhen zu berichten.

Am 3. Dezember ist ja der internationale Tag der Menschen mit Behinderung (UNO).

Kasse1Da soll im ZDF in der Sendung „Volle Kanne“ ein Bericht über die CAP – Märkte gesendet werden. In diesen Märkten bekommen auch Menschen mit Handicap eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Da ich im CAP–Markt in Pfungstadt arbeite, wurde ich ausgewählt und einen Tag lang von einem Filmteam begleitet.

Zuhause spielte ich zuerst ein Menuett von Josef Haydn auf dem Klavier, dann arbeitete ich am Computer. Danach fuhr ich mit dem Bus zur Arbeit.

Dort räumte ich gemeinsam mit meiner Chefin Waren vom Rollcontainer in die Regale der verschiedenen Abteilungen, nahm das Leergut an der Pfandkasse entgegen und kassierte bei einigen Kunden.

Das Fernsehteam interviewte nicht nur mich sondern auch meinen Chef und die Chefin.

Ich bin schon sehr gespannt auf diesen Beitrag und hoffe, dass ich dazu beitragen konnte, Berührungsängste abzubauen.

Natürlich möchten wir auch etwas Werbung machen, damit wir viele Kunden bekommen.

Wäre es nicht schön, wenn es öfter solche Beiträge gäbe?

Welt Down-Syndrom Tag 2013

18. März 2013: Am 21.3. ist wieder Welt Down-Syndrom Tag und ich bin gespannt, ob darüber in den Medien berichtet wird.

Nachdem der neue Bluttest so ausführlich diskutiert wurde, wäre es schön, wenn es viele positive Berichte über Menschen mit Down-Syndrom gäbe.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Medien deshalb nicht so positiv berichten, weil sie damit die bisherige Meinung in Frage stellen würden. Wenn Menschen mit Down–Syndrom fit sind und gut in die Gesellschaft integriert werden können, kann man sich nicht mehr darauf berufen, dass es für Mütter unzumutbar ist, so ein Kind auszutragen und auch dieser Bluttest müsste mehr in Frage gestellt werden.

Eigentlich denken doch die meisten Menschen, dass Kinder mit Down-Syndrom ein vermeidbares Übel sind. Deshalb widerstrebt es sicher auch den Journalisten, nur positiv über Menschen mit Down-Syndrom zu berichten. Ein Wermutstropfen gehört immer dazu.

Bestimmt gibt es auch viele glückliche Familien mit behinderten Kindern. Ich möchte das Leben mit Down-Syndrom nicht durch die rosarote Brille zeigen, aber die Angst davor nehmen.

Ich lebe gerne obwohl ich oft mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Trotzdem gibt es auch immer wieder positive Erfahrungen und dafür bin ich sehr dankbar.

Ich habe einen großen Bruder, der mich immer so akzeptiert hat, wie ich bin. Er ist Arzt und hat mich immer überallhin mitgenommen. Ich durfte mit in die Vorlesung, als er noch studiert hat. Er hat mich mitgenommen auf die Frühgeborenenstation. Er hat mir den OP und die Intensivstation gezeigt. Für ihn war es wichtig, dass ich seinen Alltag kennen lerne und seine Kollegen und Freunde mich kennen lernen. Tobias, mein Bruder setzt sich also auch für Inklusion ein und er sagt immer, dass er stolz auf seine kleine Schwester ist. Immer wieder bekommt er von seinen Kollegen zu hören, dass sie eine andere Vorstellung von Menschen mit Down-Syndrom hatten. Viele kannten die Diagnose nur aus Büchern und haben festgestellt, dass die Realität ganz anders aussehen kann.

Wie schön wäre es doch, wenn alle Menschen in unserer Gesellschaft erkennen könnten, dass es gar nicht so furchtbar ist, ein Kind mit Down-Syndrom großzuziehen.