Medienpräsenz und Inklusion

29.März 2013: Leider ist das Interesse in den Medien an Menschen mit Handicap nicht besonders groß. Trotzdem wird manchmal über diese Veranstaltungen oder über solche Einrichtungen berichtet.

Ich bekam schon oft eine Anfrage, ob ich mitmachen würde. Weil ich mich sehr für Inklusion einsetze, habe ich immer gerne zugesagt.

Am 10. Juni 2012 hatten wir unser Sommerfest bei den Wasserflöhen und der HR4 war zu Gast. Unser Verein wurde vorgestellt. Das war eine tolle Veranstaltung.

Wir mussten verschiedene Aufgaben erfüllen und hatten die Chance, etwas zu gewinnen.

Unser Verein wurde bekannt und wir bekamen sogar neue Mitglieder.

Britta Wiegand vom HR interviewte uns und es machte mir unheimlich viel Spaß, von meiner Liebe zum Tauchen und meinen Erfahrungen mit den Wasserflöhen zu berichten.

Am 3. Dezember ist ja der internationale Tag der Menschen mit Behinderung (UNO).

Kasse1Da soll im ZDF in der Sendung „Volle Kanne“ ein Bericht über die CAP – Märkte gesendet werden. In diesen Märkten bekommen auch Menschen mit Handicap eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Da ich im CAP–Markt in Pfungstadt arbeite, wurde ich ausgewählt und einen Tag lang von einem Filmteam begleitet.

Zuhause spielte ich zuerst ein Menuett von Josef Haydn auf dem Klavier, dann arbeitete ich am Computer. Danach fuhr ich mit dem Bus zur Arbeit.

Dort räumte ich gemeinsam mit meiner Chefin Waren vom Rollcontainer in die Regale der verschiedenen Abteilungen, nahm das Leergut an der Pfandkasse entgegen und kassierte bei einigen Kunden.

Das Fernsehteam interviewte nicht nur mich sondern auch meinen Chef und die Chefin.

Ich bin schon sehr gespannt auf diesen Beitrag und hoffe, dass ich dazu beitragen konnte, Berührungsängste abzubauen.

Natürlich möchten wir auch etwas Werbung machen, damit wir viele Kunden bekommen.

Wäre es nicht schön, wenn es öfter solche Beiträge gäbe?

Welt Down-Syndrom Tag 2013

18. März 2013: Am 21.3. ist wieder Welt Down-Syndrom Tag und ich bin gespannt, ob darüber in den Medien berichtet wird.

Nachdem der neue Bluttest so ausführlich diskutiert wurde, wäre es schön, wenn es viele positive Berichte über Menschen mit Down-Syndrom gäbe.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Medien deshalb nicht so positiv berichten, weil sie damit die bisherige Meinung in Frage stellen würden. Wenn Menschen mit Down–Syndrom fit sind und gut in die Gesellschaft integriert werden können, kann man sich nicht mehr darauf berufen, dass es für Mütter unzumutbar ist, so ein Kind auszutragen und auch dieser Bluttest müsste mehr in Frage gestellt werden.

Eigentlich denken doch die meisten Menschen, dass Kinder mit Down-Syndrom ein vermeidbares Übel sind. Deshalb widerstrebt es sicher auch den Journalisten, nur positiv über Menschen mit Down-Syndrom zu berichten. Ein Wermutstropfen gehört immer dazu.

Bestimmt gibt es auch viele glückliche Familien mit behinderten Kindern. Ich möchte das Leben mit Down-Syndrom nicht durch die rosarote Brille zeigen, aber die Angst davor nehmen.

Ich lebe gerne obwohl ich oft mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Trotzdem gibt es auch immer wieder positive Erfahrungen und dafür bin ich sehr dankbar.

Ich habe einen großen Bruder, der mich immer so akzeptiert hat, wie ich bin. Er ist Arzt und hat mich immer überallhin mitgenommen. Ich durfte mit in die Vorlesung, als er noch studiert hat. Er hat mich mitgenommen auf die Frühgeborenenstation. Er hat mir den OP und die Intensivstation gezeigt. Für ihn war es wichtig, dass ich seinen Alltag kennen lerne und seine Kollegen und Freunde mich kennen lernen. Tobias, mein Bruder setzt sich also auch für Inklusion ein und er sagt immer, dass er stolz auf seine kleine Schwester ist. Immer wieder bekommt er von seinen Kollegen zu hören, dass sie eine andere Vorstellung von Menschen mit Down-Syndrom hatten. Viele kannten die Diagnose nur aus Büchern und haben festgestellt, dass die Realität ganz anders aussehen kann.

Wie schön wäre es doch, wenn alle Menschen in unserer Gesellschaft erkennen könnten, dass es gar nicht so furchtbar ist, ein Kind mit Down-Syndrom großzuziehen.

Fest für Körper und Sinne in Wiesbaden

22. Januar 2013: Am ersten September fand in Wiesbaden zum sechsten Mal ein großes Inklusionsfest statt. Veranstalter waren das Bistum Limburg, die Stadt Wiesbaden und der Arbeitskreis Wiesbadener Behindertenorganisationen.

Zunächst wurde in der Bonifatiuskirche ein ökumenischer Gottesdienst abgehalten.

Anschließend fand ein für Deutschland einmaliges Fest mitten auf dem Schlossplatz für Menschen mit und ohne Handicap statt.

Sinn dieser Veranstaltung sollte es sein, die Abgrenzungen zwischen den verschiedenen Behinderungen und nicht behinderten Menschen zu lösen und das gegenseitige Verständnis zu verbessern.

An den rund 30 Ständen konnte man sich informieren und auch mitmachen (weben, malen, basteln usw.).

Auch Essbuden gab es genug und keiner musste hungern.

Spielmannszüge und Polizeiorchester sorgten für gute Stimmung.

Auf der Bühne sangen verschiedene Chöre, Theaterstücke wurden aufgeführt und Tanzgruppen zeigten ihr Können.

Besonders interessant war das Café Dunkelzelt. Mit verbundenen Augen und einem Stock konnte man versuchen, sich in der Dunkelheit zu orientieren. An der Dunkelbar  war der blinde Barkeeper eindeutig im Vorteil.

Beim Mitmachprogramm  konnte man einen Rollatorführerschein machen oder an einem Rollstuhlparcour teilnehmen.

Höhepunkt war Jochens Tauchtruck direkt vor dem Landtag. Betreut wurde dieser von der DLRG Idstein, dem TC Oktopus Rüdesheim mit den Bewohnern des St. Vincenstift Aulhausen und den Wasserflöhen aus Darmstadt.

Jeder Verein hatte seinen eigenen Stand mit Infomaterial.

Für mich war es das erste Mal, dass ich in einem Truck getaucht bin. Abwechselnd mit den Tauchern der anderen Vereine führten wir einige Übungen wie Maske ausblasen, Druckausgleich und Unterwasserzeichen vor. Besonders die Unterwasserspiele wie Eierlaufen, Unterwasserfrisbee, Parcourstauchen fanden viel Beachtung. Natürlich mussten wir die Veranstaltung auch moderieren, um die Zuschauer zu informieren. Da wechselten sich die Vereine ab. Für die Wasserflöhe übernahmen das Marko Bertges unser Tauchlehrer und ich.

Wer Lust hatte, konnte am Schnuppertauchen teilnehmen. Dafür hatten wir in den Umkleidekabinen genügend Tauchanzüge bereitgestellt.

Leider war die Veranstaltung dann doch nicht so barrierefrei, wie gedacht. Für einen 16jährigern Rollstuhlfahrer, der gerne mittauchen wollte, gab es keine Möglichkeit, auf den Tauchtruck zu kommen, obwohl die Feuerwehr  und das THW vor Ort waren und um Mithilfe gebeten wurden.

Die Unterwasserfotografin Petra Minnasch von Aquamarine Pictures führte ein Fotoshooting mit ihrem Modell vor.

Zum Schluss gab es noch eine Weinprobe der besonderen Art. Die Weinkönigin schenkte an Land verschiede Weinsorten aus und lies raten, um welchen Wein es sich handelte. Für die Unterwasserweinprobe bekamen die Taucher ihren Wein in Einwegspritzen.

Da auch im Landtag Tag der offenen Tür war, nutzte ich eine Mittagspause, um an einer Schlossführung teilzunehmen.

Das war sehr beeindruckend! Niemals hätte ich gedacht, dass dieses Stadtschloss so  prunkvoll ist.