Auf dem Darmstädter Heinerfest

11. August 2011: Jedes Jahr Anfang Juli findet das Heinerfest von Donnerstag bis Montag rund um das Darmstädter Schloss statt.
 Es ist eins der größten Innenstadtfeste Deutschlands.

Heiner ist ein Spitzname für die Darmstädter.
 Mein Bruder und ich fuhren mit der Straßenbahn zum Luisenplatz und bummelten über das Heinerfest. Wir schauten uns die vielen Buden, Fahrgeschäfte und die kulturellen Angebote, wie z. B. Tanzgruppen an. Ich freute mich riesig, als ich die vielen neuen Karussells entdeckte und erinnerte mich daran, dass ich schon als kleines Mädchen gerne Karussell fuhr. Meine Tante sitzt zwar schon 34 Jahre im Rollstuhl, aber sie besuchte trotzdem gerne mit uns Kindern Volksfeste und Vergnügungsparks. Sie konnte zwar selbst nicht Karussell fahren, schaute meiner Kusine, meinem Bruder und mir immer gerne zu und freute sich mit uns. Sie kaufte auch gerne Lose oder würfelte und konnte sich einmal sogar über den Hauptgewinn freuen.

Seither achte ich bei solchen Veranstaltungen immer darauf, welche Hindernisse es für Rollstuhlfahrer gibt.
 Obwohl die Straßenbahn für Rollstuhlfahrer geeignet ist, habe ich festgestellt, dass diese nicht an allen Stationen ein- und aussteigen können. Das finde ich doof.
Auf dem Heinerfest habe ich nur einen einzigen Rollstuhl gesehen. Leider war es so voll, dass Rollstuhlfahrer und Kinderwagen kaum fahren konnten.

Ich achte auch immer darauf, ob ich Menschen mit einer Behinderung sehe. Da war ein Mann mit einem Gehfehler zu sehen aber keiner mit Down-Syndrom. Das wunderte mich sehr, weil ich glaube, dass auch behinderte Menschen Spaß und Freude an so einem Fest hätten.
 Mir machte es jedenfalls unheimlich viel Spaß und ich konnte gar nicht genug bekommen. Zuerst fuhren mein Bruder und ich Pfeilkrake, dann mit der Achterbahn. Vom Riesenrad aus hatten wir eine wunderbare Aussicht über den ganzen Rummel. Dann hatte mein Bruder genug und ich musste allein mit dem „Take off“ und mit dem „Octopussy“ fahren. Ich wurde ganz schön hoch und runter, rechts- und linksrum gewirbelt.

Gerne hätte ich noch viele andere Fahrgeschäfte ausprobiert, aber so viel Geld hatten wir dann doch nicht.
Wir wollten uns ja auch noch das große Abschlussfeuerwerk anschauen. Auf dem Weg dorthin trafen wir einige Bekannte und auch meinen Tauchlehrer Marko. 
Es war ein ganz schönes Gedränge und wir mussten gut aufpassen, dass wir uns nicht verloren. Je dunkler es wurde, desto mehr strahlten die vielen bunten Lichter.

Das Feuerwerk wurde vom Darmstadtium, einem Kongresszentrum aus gezündet. Es war wirklich sehr beeindruckend, wie viele Leuchtraketen durch die Luft sausten. Ich versuchte zu fotografieren. Es sah wirklich sehr schön aus, manchmal hatte ich das Gefühl, als wären tausend Sternschnuppen am Himmel. Nicht so gut gefiel mir das laute Knallen und dass die Reste der verbrannten Feuerwerkskörper auf unsere Köpfe segelten und manchmal auch in unseren Augen landeten.

Nach einer Viertelstunde war alles vorbei und wir machten uns auf den Heimweg. Es war fast unmöglich, einen Platz in der Straßenbahn zu bekommen. Von allen Seiten drängelten und schubsten die Leute. Auf einmal stand ich dann doch in der Bahn und mein Bruder noch draußen. Zum Glück schaffte er es dann auch noch, sich hineinzuquetschen. Wir kamen uns vor, wie Ölsardinen in der Büchse. Aber ein Gutes hatte es doch, wir konnten nicht umfallen. Zuhause angekommen hörten wir unsere Kirchturmglocke 12 Uhr schlagen.

Freue mich über Kommentare

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s