Welt-Down-Syndrom-Tag 2019

Dieser Aktionstag wurde 2006 durch die Organisationen Downsyndrome International (DSI) und European Downsyndrome Association (EDSA) eingeführt.

Seither ist der 21.3. der Welt-Down-Syndrom-Tag. Das passt gut, weil bei diesen Menschen das Chromosom 21 – 3fach vorhanden ist.

Brauchen wir so einen Tag?

Einerseits finde ich es schön, dass es ihn gibt, einen Tag, an dem Menschen mit Down-Syndrom im Mittelpunkt stehen, andererseits frage ich mich, warum können Sie nicht jeden Tag Aufmerksamkeit bekommen?

Gut finde ich, dass dieser Tag nun auch in den Medien immer mehr Beachtung findet und darüber berichtet wird.

Weniger gut finde ich es, wenn nur über das „Anderssein“ berichtet wird. Ich fühle mich nicht anders und spreche viel lieber über die Gemeinsamkeiten.

Hitler und die Nazis haben Menschen wie mich mit einer Trisomie 21 vergast. Heute gibt es den Praena-Test und die meisten dieser Kinder dürfen gar nicht mehr geboren werden.

Eltern, die sich trotzdem für das Kind entscheiden, haben es nicht leicht.

Deshalb frage ich mich, wann wird es uns nicht mehr geben?

Das möchte ich gerne verhindern und setze mich deshalb sehr für ein Lebensrecht für alle ein.

Ich möchte werdenden Eltern gerne die Angst vor einem behinderten Kind nehmen. Das geht nur, wenn wir uns kennenlernen und miteinander leben. Dazu brauchen wir Inklusion, die ganz selbstverständlich ist, ohne wenn und aber. Deshalb wünsche ich mir nicht nur im Alltag sondern auch in den Medien ganz viel Diversity.

Wie schön wäre es, wenn wir ganz oft und selbstverständlich zu sehen wären! In Filmen oder Werbung sollten alle Menschen mit einbezogen werden, ohne dass es um das Thema Behunderung oder Down-Syndrom geht. Wer gesehen wird gehört nämlich dazu.

Viele andere Länder sind da schon weiter als wir. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir in Deutschland das auch schaffen.

Ich bin sehr dankbar, dass ich die Chance hatte, inklusiv beschult zu werden. Dankbar bin ich auch dafür, dass ich so viele nette Menschen kennenlernen durfte, die mich unterstützt haben und mir weiterhin helfen, meinen Weg zu gehen.

Dies wünsche ich mir für alle Menschen.

Welt-Down-Syndrom Tag 2018

Seit 2006 findet jedes Jahr am 21. März der Welt-Down-Syndrom-Tag statt und seit 2012 ist er auch offiziell von den Vereinten Nationen anerkannt.

Heute ist wieder mal ein Welt-Down-Syndrom Tag und viele Selbsthilfegruppen machen mit Plakaten darauf aufmerksam.
Aber wie sieht es mit den Medien aus? Berichten sie auch darüber?
Wie wird berichtet? Hat man das Gefühl, Menschen mit einer Trisomie 21 gehören dazu und sind Teil der Gesellschaft oder wird doch lieber mehr über das Anderssein berichtet?
Viel wichtiger für die Medien ist doch da der § 219a.
Mich macht das sehr traurig. Ich akzeptiere zwar, dass jede Frau diese Entscheidung für sich selbst treffen muss. Trotzdem ist es eine ganz schreckliche Vorstellung für mich, dass Ärzte für die Abtreibung werben.
Es ist für mich unvorstellbar, dass es in der Zukunft vielleicht Arztpraxen gibt, in denen Abtreibungen wie am Fließband vorgenommen werden.
Eigentlich sollten Ärzte doch Leben retten.
Ich selbst lebe ja mit dem Down-Syndrom, aber ich bin nicht krank und ich leide auch nicht unter der Chromosomenanomalie.
Mein Leben ist sehr abwechslungsreich und ich fühle mich auch nicht behindert. Trotzdem werde ich manchmal von meinen Mitmenschen behindert, weil sie mir nichts zutrauen.
Deshalb setze ich mich als Schauspielerin, Speakerin und Aktivistin sehr für Inklusion von Menschen mit Down-Syndrom ein.
Ich bin sehr dankbar, dass ich immer wieder die Möglichkeit habe an Talkshows und Podiumsdiskussionen teilzunehmen,
Mit meinen Vorträgen an Schulen, Hochschulen, Gemeinden und Verbänden, hoffe ich, einen kleinen Beitrag zum Abbau der Diskriminierung zu leisten.
Als Schauspielerin wünsche ich mir viele Filme, in denen Inklusion gelebt wird.
Es sollte selbstverständlich sein, das Schauspieler mit Handicap in Filmen mitspielen, ohne dass Behinderung Thema ist. Wenn diese Filme dann auch noch zur Primetime ausgestrahlt würden, wäre es sicher bald ganz normal.
In dem Film „BE MY BABY“, in dem ich die Hauptrolle spiele, wünscht sich Nicole, eine junge Frau mit Down-Syndrom ein Baby. Sie möchte ganz normal sein und eine Familie gründen.
Leider wurde dieser Film erst nach Mitternacht im ZDF ausgestrahlt. Aber nun ist er noch bis zum 26. März in der ZDF Mediathek zu sehen und vielleicht haben einige Leute Lust, ihn anzuschauen.
Wir Menschen mit Down-Syndrom haben nämlich die gleichen Wünsche und Bedürfnisse wie alle anderen auch und möchten einfach akzeptiert und toleriert werden.