Die Zukunft im Blick

4. November 2010: Am 23. Oktober 2010 wurde in der Sendung Menschen – das Magazin „Die Zukunft im Blick – Perspektiven für  Jugendliche mit Handicap“ ein Portrait von mir gesendet. Ich hatte Frau Schweizer vom ZDF beim Sommerfest im internationalen Kindergarten in Seeheim – Jugenheim kennen gelernt  und sie wollte mir bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt helfen. Darüber freute ich mich sehr.

Die Dreharbeiten haben mir viel Spaß gemacht. Zuerst habe ich am Klavier ein „Scherzino von Joseph Haydn“ gespielt, dann haben wir in den Kinofilm „Vier Leben“ hineingeschaut, bei dem ich eine der Protagonisten bin. Die Dreharbeiten im internationalen Kindergarten mussten leider ausfallen, weil ich Fieber hatte und die Kinder nicht anstecken wollte. Aber bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in einer Blindenhörbücherei konnte ich gefilmt werden, als ich meine eigene Geschichte vorlas. Die Geschichte „Rieke mag nicht mehr allein sein“, sollte eigentlich als Bilderbuch mit llustrationen von Frau Mima Bröllos veröffentlicht werden. Leider haben wir noch keinen Verlag gefunden. Dann habe ich meinem Bruder, der bei uns zu Besuch war noch gezeigt, welche Artikel ich in letzter Zeit geschrieben habe.

In dem anschließenden Interview habe ich über meine beruflichen Wünsche und Hoffnungen gesprochen. Mein Bruder sagte im Interview, dass es sehr schwer ist für einen Menschen mit Handicap einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden. Selbst Jugendliche mit Realschulabschluss oder Abitur haben es heute nicht leicht. Er meinte, wir würden nicht aufgeben. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Zum Schluss haben wir bei dem schönen Wetter noch einen Spaziergang mit unserem Schäferhund Arco gemacht. Wir haben zwar viele positive Rückmeldungen bekommen, aber leider hat es mit einem Ausbildungsplatz noch nicht geklappt.

Meine Erlebnisse im internationalen Kindergarten

29. Oktober 2010: Zurzeit arbeite ich ehrenamtlich als Betreuerin für ein halbes Jahr im internationalen Kindergarten in Seeheim-Jugenheim. Unter dem Motto: „Aber Hallo: Engagiert und besonders“ hat Volunta vom Roten Kreuz ein Projekt gestartet, bei dem Menschen mit Behinderung ehrenamtlich tätig sind.

Die Arbeit mit den Kindern macht mir viel Spaß. Wenn ich ankomme, werde ich stürmisch begrüßt. Alle Kids kommen angerannt und rufen: „Miss Carina ist da!“ Der Tag beginnt mit einem Morgenkreis in englischer Sprache. Wir singen Lieder und sprechen Reime. Dann gibt es Frühstück und anschließend ist Zeit für Aktivitäten. Wir malen und basteln oder gehen in die Bibliothek. Dort lese ich den Kindern englische Bilderbücher vor und spiele Gesellschaftsspiele mit ihnen. In der Turnhalle laufen die Kinder um die Wette und spielen Ball. Bei schönem Wetter gehen wir in den Garten und spielen dort. Danach wird gegessen und geschlafen, damit die Kinder fit für die Nachmittagsaktivitäten sind.
Nachmittags hole ich mit einem Kind Obst für den Nachmittags-Snack. Beim Abschlusskreis singen wir deutsche Lieder und sprechen deutsche Reime.

Besonders gut gefällt mir, dass die Kinder zweisprachig erzogen werden. Für jede Gruppe hängt im Kindergarten an der Wand eine große Weltkarte. Darum  herum klebt von jedem Kind eine Karte mit Foto, Namen, Lieblingsessen und Fahne des Heimatlandes. Da die Kinder aus vielen verschiedenen Ländern kommen, sieht das sehr schön bunt aus.

Als der Schuldezernent Christel Fleischmann uns im Kindergarten besuchte, spielte ich auch einige Stücke auf dem Klavier. Am 1.9.2010 war ein Artikel mit einem Foto von uns im Darmstädter Echo. Heute hatten wir Besuch vom hessischen Rundfunk. Das Interview wird am Montag, den 01.11.2010  in der Zeit von 16:00 Uhr – 17:00 Uhr im HR4 gesendet.

Meine Arbeit als Kellnerin und Pianistin

25. Oktober 2010: Bis vor einigen Tagen wusste ich gar nicht, dass am 3. Dezember der internationale Tag für behinderte Menschen ist. Leider bekommen diese Menschen im Alltag viel zu wenig Aufmerksamkeit.

Deshalb freue ich mich sehr, dass die Aktion Mensch diese Kampagne startet und dass ich dabei mitmachen darf.

Auf dem Plakat bin ich als Kellnerin zu sehen. Auch im richtigen Leben bin ich seit dem 2.1.2008 in einem Café als Servicekraft angestellt. Zu meinen Aufgaben gehört es, Bestellungen entgegenzunehmen, servieren, Service bei Sektempfängen, Vor- und Nachbereiten von Veranstaltungen, wie Tischordnung stellen, eindecken, aufräumen, Reinigungs- und Spülarbeiten sowie Warenannahme.

Ich spiele Klavier und hatte mehrmals Gelegenheit, im Café am Flügel für die Gäste zu spielen. Das kam immer gut an und mein Chef meinte, dass mehr Gäste kämen, wenn er meine Konzerte in der Zeitung inserierte.

Manchmal bekam ich auch Anfragen, ob ich bei Familienfeiern spielen würde.

Die Arbeit mit Gästen macht mir wirklich viel Spaß.

Ende des Jahres läuft mein Arbeitsvertrag aus, deshalb suche ich einen neuen Arbeitsplatz, möglichst nicht wieder so weit von meinem Wohnort entfernt.

Ich würde gerne mit Kindern arbeiten und auch eine richtige Ausbildung machen.

Vielleicht bekomme ich auch eine Rolle in einem Spielfilm.